Mittwoch, 9. Mai 2012

Moin Welt,

ich trenne mich hiermit von meinem alten Blog, da dieser zu sehr von meiner Erkrankung beherrscht war. Schlechte Vibrations soll man über Bord werfen und das tue ich hiermit!

Ich wohne nun seit ca. 2 1/2 Wochen bei meinem Vater in einem 2500-Einwohner Dorf in Schleswig-Holstein. Er hat hier ein großes Haus mit viel zu vielen Zimmern für einen alleine. Ich hatte in Kiel ein kleines Zimmer mit viel zu vielen Gedanken für einen alleine. Zwei Geschichten trafen sich... uuuund *Zaaack* verbinden sich täglich mehr zu einer ganzen. Mal sehen was daraus wird.

Ich bin offiziell seit Januar nicht mehr mit meinem Freund zusammen. Fast vier Jahre sind wir zusammen einen Weg gegangen. Dieser endete dann abrupt während meines Klinikaufenthaltes von Dezember 2011 bis Februar 2012. Natürlich denke ich noch jeden Tag an ihn. Trotzdem stellte meine Oma heute fest: "Es geht bergauf; Lilli hat seit drei Tagen nicht mehr geweint." - Okay, gestern hab ich schon ein bisschen geweint... aber das ist doch wohl normal, oder? Bei den vielen Erinnerungen an Lennart könnte ich den ganzen Tag nur mit Gedanken an ihn füllen. Aber Vergangenes ist vergangen und jetzt wartet die Zukunft auf mich. Ich esse genug und habe appetit. Mein Gewicht bewegt sich in einem unteren normalgewichtigen Bereich und ich fühle mich nur noch selten zu dick. Ich muss mich nicht mehr selbst verletzen um Spannung zu ertragen und auch sonst geht es mir besser. Meine Großeltern und mein Vater geben mir halt. Vielleicht bekomme ich nun endlich die Familie die ich mir gewünscht hab? Vielleicht kann hier mein Herz ein bisschen heilen.

Lennart und ich haben uns am Ende wirklich nur noch gestritten und sonst nichts. Er hat mir so gut wie nichts mehr von sich aus erzählt. Natürlich hat mich das traurig gemacht aber bei dem was wir alles zusammen erlebt haben ist das wohl die logische Konsequenz. Ich vermisse die schönen Momente mit ihm und bin doch froh, dass wir nicht mit einander sprechen. Anders würde niemals Ruhe in unsere Situation kommen und das wäre Gift für unser beider Seelen.

Warum also ein neuer Blog? Schreiben hilft mir immer noch die vielen Gedanken in meinem Kopf zu ordnen. Es macht mir spaß mich durch das geschriebene Wort zu finden. Schreiben, korrigieren und gegebenfalls löschen. Wirres stehen lassen und später nochmal nachlesen können. Wunderbar, nicht wahr? : )

Mal sehen wie oft ich dazu komme hier zu schreiben. Vielleicht täglich. Manchmal nur wöchentlich? Vielleicht geht es mir irgendwann so gut, dass ich meine Gedanken ohne Hilfe ordnen kann...


Lilli